
Fehler erkannt, Transporte gebannt
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01.05.2026 um 15:30 UhrBundeskanzler Friedrich Merz hat am 29. April 2026 die Akkermann Transporte GmbH im ostfriesischen Moormerland besucht, um sich über die Herausforderungen des mittelständischen Straßengüterverkehrs zu informieren. Begleitet wurde er von der Parlamentarischen Staatssekretärin Gitta Connemann sowie Vertretern des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V., darunter Aufsichtsratsmitglied Klaus Akkermann und Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt.
Herausforderungen für den Mittelstand
Der Besuch fand vor dem Hintergrund statt, dass die Branche unter erheblichem Druck steht. Steigende Kosten, ein Mangel an Fahrern, bürokratische Hürden und internationale Wettbewerbsverzerrungen belasten die Unternehmen. Insbesondere kleine Betriebe, die rund 80 Prozent der Branche ausmachen und weniger als 20 Mitarbeiter beschäftigen, sind auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten. Prof. Dr. Dirk Engelhardt betonte: „Die Lage im mittelständischen Transportgewerbe ist äußerst angespannt. Unsere Betriebe brauchen jetzt politische Verlässlichkeit – damit sie investieren, ausbilden und die Transformation aktiv gestalten können.“
Forderungen an die Bundesregierung
Im Rahmen des Austauschs wurden drei zentrale Anliegen an die Bundesregierung formuliert. Der BGL wies darauf hin, dass der befristete Energiesteuerrabatt zwar ein wichtiger Schritt sei, jedoch keine dauerhafte Lösung darstelle. Um Liquidität zu sichern und Wettbewerbsnachteile abzubauen, sei eine umfassende Entlastung notwendig. Ein zentrales Anliegen ist die Beendigung der CO₂-Doppelbelastung. Unternehmen, die bereits über die CO₂-Komponente der Lkw-Maut belastet werden, sollten nicht zusätzlich durch einen CO₂-Zuschlag auf Kraftstoff belastet werden.
Darüber hinaus fordert der BGL eine Stärkung der Mautharmonisierung. Das Programm „Umweltschutz und Sicherheit“ solle um Aspekte wie Digitalisierung und Resilienz des Straßengüterverkehrs erweitert und die finanzielle Ausstattung von 450 auf 900 Millionen Euro erhöht werden. Ein weiterer Punkt ist die Schließung des Finanzierungskreislaufs Straße, wobei Einnahmen aus der Lkw-Maut zweckgebunden in Infrastrukturprojekte wie Brücken, Lkw-Stellplätze und den Straßenerhalt zurückfließen sollten.
Dialog zwischen Politik und Wirtschaft
Der BGL plädiert für einen kontinuierlichen Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und der Branche. Der Besuch in Moormerland verdeutlicht die Notwendigkeit, nicht nur über den Mittelstand zu sprechen, sondern aktiv mit den Unternehmen zu kommunizieren, die täglich Verantwortung für ihre Mitarbeiter, Kunden und Investitionen übernehmen. Klaus Akkermann äußerte den Wunsch, dass aus dem Austausch mit dem Bundeskanzler konkrete Schritte folgen: „Fortschritt entsteht dort, wo Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen.“






