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11.06.2026 um 11:35 UhrDie Hafenstadt Rotterdam war kürzlich Schauplatz eines bedeutenden Fortschritts im Bereich des autonomen Schiffsverkehrs. Im Rahmen einer Demonstration präsentierten die Hafenbehörde Rotterdam und Partner des europäischen Projekts MAGPIE, wie ein Binnenschiff selbstständig zwischen zwei Terminals in einem stark frequentierten Hafen navigieren kann. Das Schiff bewältigte die Herausforderung, sicher unter regulärem Schiffsverkehr zu fahren.
Das Binnenschiff MS Letitia, das zur HTS Group gehört, startete von Amaliahaven auf der Maasvlakte und fuhr über den Europoort und die Nieuwe Waterweg bis zum Waalhaven in Rotterdam. Während der Demonstration operierte die konventionell angetriebene MS Letitia autonom. Das Schiff führte verschiedene Manöver durch, darunter das Ablegen, das Fahren durch den Hafen und entlang des Flusses sowie das Anlegen, alles ohne menschliches Eingreifen. Gleichzeitig überwachte das System kontinuierlich seine Umgebung, erkannte andere Schiffe und umging diese sicher, wobei es die Gegebenheiten berücksichtigte. Der Kapitän bleibt jedoch letztlich verantwortlich und kann jederzeit eingreifen, während das System die Navigation und Entscheidungsfindung unterstützt.
Notwendigkeit der Forschung im autonomen Schiffsverkehr
Oscar van Veen, Direktor für Innovation bei der Hafenbehörde Rotterdam, erklärte:
„Autonomes Fahren ermöglicht neue Logistikkonzepte, die die Flexibilität, Effizienz und Zuverlässigkeit der Binnenschifffahrt verbessern. Diese ist ein wichtiger Transportweg für den Hinterlandverkehr des Hafens von Rotterdam. Container, Schüttgüter und Flüssigkeiten, die über Binnenwasserstrassen transportiert werden, entlasten das Strassennetz und werden energieeffizienter bewegt als auf der Strasse. Angesichts des Wachstums des Frachtaufkommens ist es entscheidend, dass die Binnenschifffahrt ihren Anteil am Frachttransport beibehält und ausbaut. Autonomes Fahren könnte dabei eine Rolle spielen.“
Die Zukunft der smarten Häfen
Europa sieht sich grossen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Energiewende, der industriellen Wettbewerbsfähigkeit, den Klimazielen und der strategischen Resilienz gegenüber. Häfen spielen eine zunehmend wichtige Rolle als Standorte, an denen Innovationen entwickelt und praktisch angewendet werden. Das MAGPIE-Projekt wurde ins Leben gerufen, um diese Entwicklung zu beschleunigen.
Der autonome Schiffsverkehr ist eines von zehn Demonstrationsprojekten innerhalb von MAGPIE. Diese Demonstratoren in den Bereichen maritime, Binnenschifffahrt, Schienen- und Strassenverkehr bieten praktische Einblicke, die Häfen sofort umsetzen können, um den Übergang zu umweltfreundlicheren Betriebsabläufen zu unterstützen.
Umsetzung von Innovationen in die Praxis
Die Projektpartner Alphatron Marine, Argonics und Argonav werden Elemente dieser Demonstration in ihre Assistenzprodukte für Binnenschiffe integrieren. Der argoPositionPilot ist bereits für Schiffe mit festem Propeller und Ruder verfügbar, während der argoRadarPilot die Absichten anzeigen und über eine Kollisionsvermeidung verfügen wird.
MAGPIE (sMArt Green Ports as Integrated Efficient multimodal hubs) ist ein europäisches Innovationsprojekt, das darauf abzielt, den Übergang zu klimaneutralen Häfen zu beschleunigen. Koordiniert von der Hafenbehörde Rotterdam und mitfinanziert von der Europäischen Union, bringt MAGPIE 45 Partner zusammen, um Innovationen in den Bereichen saubere Energie, Digitalisierung und nachhaltige Logistik zu entwickeln, zu testen und zu skalieren. Dieses Projekt erhielt Fördermittel aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union (MFF 2014–2020) unter der Fördervereinbarung Nr. 101036594.







