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15.07.2026 um 10:29 UhrDer deutsche Markt für Industrie- und Logistikimmobilien hat im ersten Halbjahr 2026 eine positive Entwicklung verzeichnet. Mit einem Flächenumsatz von 3,8 Mio. m² wurde ein Anstieg von 28% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erreicht. Besonders hervorzuheben ist der Vermietungsumsatz, der um 41% zulegte. Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung war die Rückkehr grossvolumiger Anmietungen, die im Vorjahr ausblieben. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden bereits 13 Mietverträge über 50.000 m² abgeschlossen.
Asiatische Unternehmen haben zunehmend Einfluss auf den deutschen Markt. Ihr Anteil am Flächenumsatz stieg auf 11%, was über dem Vorjahreswert liegt. Besonders gefragt sind moderne Logistikflächen in gut angebundenen Regionen wie Frankfurt, Hamburg und dem Ruhrgebiet. Allerdings stehen diese Unternehmen vor Herausforderungen, da die Verfügbarkeit geeigneter Flächen begrenzt ist. Die schwache Neubaupipeline und das Fehlen moderner Logistikflächen bremsen das Marktgeschehen.
Stabile Nachfrage in den Top-8-Märkten
Die Top-8-Logistikmärkte in Deutschland erzielten zum Ende des ersten Halbjahres einen Flächenumsatz von 1,2 Mio. m², was lediglich 3% unter dem Vorjahreswert liegt. In fünf der acht Standorte ist bereits eine spürbare Erholung der Nachfrage erkennbar. Ein einheitlicher Trend zeigt sich darin, dass die Anzahl der Abschlüsse steigt, während die durchschnittliche Flächengrösse sinkt. Rund 63% aller Abschlüsse entfielen auf Flächen unterhalb von 3.000 m², was auf eine veränderte Nachfragestruktur hinweist.
Frankfurt verzeichnete mit 294.600 m² den höchsten Flächenumsatz, gefolgt von Hamburg mit 180.700 m². Während Frankfurt im Vergleich zum Vorjahr um 6% zulegte, blieb Hamburg aufgrund des begrenzten Flächenangebots um 21% hinter dem Vorjahreswert zurück. In der Region Leipzig wurde mit 70.000 m² der niedrigste Flächenumsatz registriert, was auf eine ausgeprägte Entscheidungszurückhaltung der Nutzer zurückzuführen ist.
Die Präsenz asiatischer Nutzer ist in Städten wie Frankfurt (4%), Hamburg (9%), Düsseldorf (11%) und Köln (24%) gestiegen. In Berlin dominieren hingegen europäische Handels- und E-Commerce-Unternehmen. In München waren Unternehmen aus dem Rüstungssektor besonders aktiv und trugen mit einem Anteil von 18% am Flächenumsatz zur Nachfrage bei. Stuttgart hingegen sieht sich wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber, die zu Stellenabbau und Werksschliessungen führen.
Christian Kah, Head of Industrial & Logistics Germany bei Colliers, äusserte sich zu den aktuellen Entwicklungen:
„Die aktuellen Kennzahlen deuten auf eine weiterhin moderate, zugleich aber klar erkennbare Erholung der Flächennachfrage hin. Ein zentraler limitierender Faktor bleibt die Flächenknappheit in Verbindung mit einer schwachen Neubaupipeline, die nahezu alle Top-8-Logistikmärkte betrifft.“





