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05.06.2026 um 10:14 UhrDie Einführung von Grenzausgleichsmassnahmen für CO₂-Emissionen (Border Carbon Adjustments, BCA) zielt darauf ab, sowohl die Emissionen zu senken als auch die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Industrien zu sichern. Eine aktuelle Untersuchung des ZEW Mannheim beleuchtet jedoch, dass die konkrete Gestaltung dieser Massnahmen entscheidend für ihre Effektivität ist. Am Beispiel der globalen Stahlindustrie zeigt die Studie, dass insbesondere benchmarkbasierte Modelle, die sich an den Emissionsintensitäten orientieren, das Preissignal erheblich schwächen.
Wirkung unterschiedlicher Ansätze
Laut den Ergebnissen der Studie übertragen intensitätsbasierte Ansätze lediglich etwa 36 Prozent des erforderlichen CO₂-Preises, um die gleiche globale Emissionsreduktion wie mengenbasierte Modelle zu erreichen. Dies hat zur Folge, dass die Wohlstandsverluste in den betroffenen Sektoren steigen. Eunseong Park, Wissenschaftler im Forschungsbereich „Umwelt- und Klimaökonomik“ des ZEW, betont: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Wahl des BCA-Designs kein technisches Detail ist, sondern grundlegende Auswirkungen auf Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit hat.“
Ein intensitätsbasierter Ansatz kann laut Park als eine Kombination aus CO₂-Preis und impliziter Subvention für die Produktion betrachtet werden, was die Lenkungswirkung der Massnahmen verwässert. Prof. Dr. Sebastian Rausch, Leiter des Forschungsbereichs, weist darauf hin, dass ohne einen klaren CO₂-Preisanreiz im Inland die Ziele dieser Instrumente nicht erreicht werden können. Statt Emissionen zu reduzieren, würden wirtschaftliche Vorteile zugunsten heimischer Industrien verschoben.







