
Frachtschiff-Ankunft in Gwadar setzt Zeichen
12.05.2026 um 08:12 Uhr
Descartes übernimmt Idelic
12.05.2026 um 08:43 UhrBreeze, eine Plattform für integrierte Frachtversicherungen, hat auf die wachsenden Lücken in der maritimen Kriegsversicherung hingewiesen, die durch anhaltende Störungen im Roten Meer, im Golf von Aden und im Persischen Golf entstanden sind. Diese Entwicklungen stellen eine Herausforderung für den Versicherungsmarkt dar, der nicht länger theoretische Risiken ignorieren kann.
Patrizia Kern-Ferretti, Chief Insurance Officer von Breeze, betont, dass der Markt für maritime Versicherungen zwar eine gewisse Widerstandsfähigkeit gezeigt hat, jedoch nicht optimal auf die aktuellen Anforderungen eingestellt ist. „Die Kriegsbedingungen in der maritimen Versicherung haben sich oft nach Krisen weiterentwickelt, und der Markt hat jetzt die Möglichkeit, die Unsicherheiten von heute anzugehen, bevor sie zu Streitigkeiten in der Zukunft führen“, erklärt Kern-Ferretti.
Ein zentrales Problem ist, dass Käufer von Frachtversicherungen in mehreren wichtigen Aspekten schlechter bedient werden als Kunden, die Schiffsversicherungen abschliessen. Während die Kriegsdeckung für Schiffe mit einer Frist von sieben Tagen gekündigt werden kann, sobald die Waren in Transit sind, kann die Frachtkriegsdeckung nicht storniert werden. Diese Regelung bietet zwar einen kritischen Schutz für Frachtbesitzer, hat jedoch auch ihre Grenzen. So kann die Frachtkriegsdeckung beispielsweise bei der Entladung oder innerhalb von 15 Tagen nach Ankunft im Hafen auslaufen. Zudem schliessen Standardformulierungen oft die Frustration der Reise aus, und es gibt keinen direkten Äquivalent zur Detentionsklausel für Schiffe, was die Frachtbesitzer in einer unsicheren Lage belässt.
Breeze warnt, dass diese Lücken zunehmend bedeutender werden, da Konflikte zu Routenvermeidung, Blockaden und verzögertem Transport führen, was technische Versicherungsfragen in praktische Risikofragen für Spediteure, Logistikdienstleister und Versender verwandelt. „Das ist kein Grund zur Alarmierung, aber wir benötigen mehr Klarheit, eine bessere Produktgestaltung und eine Policensprache, die das aktuelle Risikoumfeld widerspiegelt“, so Kern-Ferretti weiter.
Das Unternehmen fordert eine breitere Diskussion über die Frachtkriegsdeckung und eine Innovation im Versicherungsbereich, die den Schutz verständlicher, zugänglicher und anwendbarer für exponierte Handelsrouten macht. Kern-Ferretti sieht die Chance für den Markt, die Frachtkriegsdeckung zu modernisieren, bevor anhaltende Störungen die Policensprache durch Streitigkeiten auf die Probe stellen.
Breeze setzt sich somit für eine Anpassung der Versicherungsbedingungen ein, um den aktuellen Herausforderungen im maritimen Sektor gerecht zu werden.






