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08.05.2026 um 07:10 UhrDer Zustand des deutschen Schienennetzes zeigt erste Anzeichen einer Stabilisierung. Dies geht aus dem aktuellen DB InfraGO-Zustandsbericht für das Jahr 2025 hervor, der eine durchschnittliche Zustandsnote von 3,00 für das gesamte Schienennetz ausweist. Diese Note entspricht dem Vorjahreswert und deutet darauf hin, dass der langjährige Abwärtstrend gestoppt sein könnte. Besonders die Bahnhöfe konnten sich mit einer Note von 2,96 im Vergleich zu 3,03 im Jahr 2024 leicht verbessern. Dies ist unter anderem auf die umfassende Erneuerung von 124 Bahnhöfen im vergangenen Jahr zurückzuführen.
Umfangreiche Datenanalyse
Für den Bericht wurden mehr als 380.000 Anlagen des Fahrwegs und der Bahnhöfe untersucht und nach einem Schulnotensystem bewertet. Zu den bewerteten Elementen gehören Brücken, Tunnel, Stützbauwerke, Gleise, Weichen, Bahnübergänge, Stellwerke, Oberleitungen sowie die Infrastruktur der Bahnhöfe.
Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, äußerte sich zu den Ergebnissen: „Die Talsohle der ungebremsten Alterung unserer Schieneninfrastruktur scheint erreicht. Die Gesamtnote unseres Schienennetzes bleibt auf dem Niveau von 2024 – ein Zeichen dafür, dass die Trendwende noch nicht vollzogen ist.“ Sie betonte die Notwendigkeit weiterer Modernisierungsmaßnahmen und forderte eine ausreichende finanzielle Unterstützung durch die öffentliche Hand, um den Investitionsstau abzubauen.
Im Jahr 2025 wurden rund 1.900 Kilometer Gleise und 1.900 Weichen erneuert. An über 950 Bahnhöfen fanden Bauarbeiten statt, darunter die Erneuerung von 250 Aufzügen und Rolltreppen. Zudem wurden 103 Brücken mit einer Gesamtfläche von etwa 25.000 m² saniert, und 3.700 Stelleinheiten der Leit- und Sicherungstechnik modernisiert. Eine zusätzliche Milliarde Euro vom Bund sicherte Investitionen in komplexe Brücken und moderne Technik.
Investitionen und deren Auswirkungen
Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG, berichtete von Investitionen in Höhe von rund 19,9 Milliarden Euro für Instandhaltungs- und Ersatzmaßnahmen im Jahr 2025. Diese Investitionen hätten dazu beigetragen, eine weitere Verschlechterung des Anlagenzustands zu verhindern, obwohl das Durchschnittsalter der Anlagen weiterhin steige. „Die gestiegenen Bauvolumina führten 2025 erstmals seit Jahren zu einem geringeren Wert beim Erneuerungsbedarf für die Anlagen mit den Zustandsnoten schlecht, mangelhaft und einschränkend“, erklärte Nagl. Der Erneuerungsbedarf wurde für 2024 auf rund 110 Milliarden Euro geschätzt, während er 2025 auf etwa 106 Milliarden Euro gesenkt werden konnte.
Der Anteil der Anlagen im Schienennetz, die aufgrund ihres Zustands erneuert werden müssen, liegt bei 16,1 Prozent. Im Vorjahr betrug dieser Anteil 16,8 Prozent, was eine leichte Verbesserung darstellt.
Die Zustandsnote für den konstruktiven Ingenieurbau, der Brücken und Durchlässe umfasst, verbesserte sich leicht auf 2,59. Im Gegensatz dazu verschlechterte sich die Zustandsnote für den Oberbau, einschließlich Gleise und Weichen, um 0,06 auf 3,02. Dies ist auf 9.600 Kilometer Gleise mit Erneuerungsbedarf zurückzuführen. Auch die Weichen zeigen einen leichten Rückgang in der Bewertung, mit 15.800 von insgesamt 64.000 Weichen, die erneuerungsbedürftig sind.
Die Stellwerke, die mit einer Note von 4,02 bewertet wurden, bleiben das Gewerk mit der schlechtesten Zustandsnote. Jedes zweite der rund 4.000 Stellwerke ist erneuerungsbedürftig. Die Zustandsnote der Bahnübergänge verschlechterte sich ebenfalls leicht von 3,58 auf 3,65.
In den Bahnhöfen zeigt sich eine leichte Verbesserung, insbesondere bei den Empfangsgebäuden und der Informations- sowie Telekommunikationstechnik. Dennoch besteht weiterhin ein erheblicher Bedarf an Erneuerung.
Bei der Bewertung des Fahrwegs schneiden die ostdeutschen Bundesländer besser ab, was auf umfassende Investitionen in die Modernisierung des Schienennetzes seit der Wiedervereinigung zurückzuführen ist. Die Noten reichen von 2,65 in Thüringen bis 2,89 in Brandenburg, während Hessen mit 2,95 folgt. Nordrhein-Westfalen hat mit 3,26 erneut die schlechteste Gesamtnote.




