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27.03.2026 um 08:38 UhrDie Maritime Union of Australia (MUA) hat die australische Regierung aufgefordert, umgehend Regelungen für Künstliche Intelligenz (KI) in strategisch wichtigen Bereichen der Lieferkette, wie beispielsweise im Bereich der Hafen- und Stevedoring-Dienste, zu schaffen. Diese Forderung erfolgt vor dem Hintergrund einer globalen Krise der Lieferketten und steigender Ölpreise. Besonders im Fokus steht das Unternehmen DP World, das in Australien mehrere Containerterminals betreibt und eine umfassende Automatisierungs- und KI-Agenda verfolgt, die von den ausländischen Eigentümern des Unternehmens vorangetrieben wird.
DP World betreibt Terminals in Brisbane, Sydney, Melbourne und Fremantle und hat sich damit eine dominierende Stellung im australischen Containerterminalmarkt erarbeitet. Die australische Geschäftsführung des Unternehmens verfolgt eine Agenda zur Implementierung von KI und Automatisierung, die von dem ehemaligen globalen CEO Sultan Ahmed bin Sulayem angestossen wurde.
Laut der MUA hat DP World in den letzten Jahren Hunderte Millionen Dollar aus australischen Unternehmen und Verbrauchern erwirtschaftet, jedoch kaum Steuern in Australien gezahlt. Über ein Jahrzehnt hinweg zahlte das Unternehmen keine Körperschaftssteuer, während die Löhne der Arbeiter und die damit verbundenen Steuern, die 2025 umgerechnet fast 50 Mio. USD betrugen, die Hauptbeiträge zur Wirtschaft des Landes darstellten.
Bericht über Automatisierung und Arbeitsplatzverluste
Gemeinsam mit dem Centre for International Corporate Tax Accountability and Research (Cictar) hat die MUA im australischen Parlament den Bericht „Jobverluste und Gewinnverlagerung bei DP World: Wie KI-Automatisierung das wirtschaftliche Wohlergehen Australiens bedroht“ vorgestellt. Der Bericht beschreibt, wie Dubai Ports plant, grossflächige KI-Automatisierung in Australien einzuführen, was bis zu 1.000 Arbeitsplätze, also über 60% der Belegschaft, gefährden könnte. Die vorgeschlagene Automatisierung würde qualifizierte, gewerkschaftlich organisierte Arbeitsplätze durch fahrerlose Fahrzeuge und fernbediente Kräne ersetzen. Diese Initiative steht im Widerspruch zum Nationalen KI-Plan der australischen Regierung, der eine Konsultation von Arbeitnehmern und Gewerkschaften vorsieht.
Der Bericht weist darauf hin, dass das Hauptziel der Automatisierung nicht die Verbesserung der Effizienz der Lieferkette ist, sondern die Senkung der Arbeitskosten und die Steigerung der Gewinne. Höhere Gebühren, die an Unternehmen und Verbraucher weitergegeben werden, tragen zur Inflation bei.
Die MUA hat eine Reihe von Massnahmen zur Sicherung der australischen Lieferkette gefordert, um die Gemeinschaft und die Wirtschaft vor globalen Schocks zu schützen. Diese Forderungen sind besonders relevant angesichts der jüngsten Ölkrise, die durch geopolitische Spannungen ausgelöst wurde.
Die Empfehlungen des Berichts umfassen unter anderem:
– Strenge Aufsicht und Transparenz für KI-Systeme am Arbeitsplatz
– Schutz von Arbeitnehmerdaten und ein Verbot invasiver Überwachungspraktiken
– Priorisierung von Sicherheit, Arbeitsplatzsicherheit und öffentlichem Nutzen über Unternehmensgewinne
– Gewährleistung von vollen Verhandlungsrechten und Schutz des Arbeitskampfes bei Einführung von KI oder Automatisierung
– Stärkung der Steuertransparenz und Bekämpfung von Gewinnverlagerungen und Offshore-Royalty-Zahlungen.






