
Britische Unternehmen sollen von Indien-Abkommen profitieren
14.07.2026 um 10:38 Uhr
PJM entwickelt automatisiertes System für Schienengüterverkehr
14.07.2026 um 12:07 UhrSeit Ende Februar 2023 ist die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus stark eingeschränkt. Trotz der Hoffnung auf eine baldige Entspannung bleibt die Region ein geopolitischer Konfliktraum, in dem die zivile Handelsschifffahrt erheblich betroffen ist.
Zu Beginn des Konflikts waren rund 50 Schiffe mit etwa 1.000 Seeleuten, die in deutschem Eigentum standen oder unter deutschem Management operierten, im Persischen Golf blockiert. In den vergangenen Monaten gelang es, über die Hälfte dieser Schiffe unter hohem Sicherheitsaufwand und in enger Zusammenarbeit mit den dortigen Marinen aus der Gefahrenzone zu bringen. Aktuell sind noch etwa 20 Schiffe mit rund 400 Seeleuten in der Region, wobei die Lage weiterhin dynamisch und unvorhersehbar bleibt.
Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR), betont die Dringlichkeit der Situation: „Eines muss allen klar sein: Schiffe mit ihren Besatzungen aus dem Gefahrengebiet in Sicherheit zu bringen ist ein erster wichtiger Schritt. Aber früher oder später müssen sie auch wieder sicher zurückkehren können, um dringend benötigte Rohstoffe und Güter zu transportieren.“ Er weist darauf hin, dass der Welthandel auf einer funktionierenden Schifffahrt beruht und die Straße von Hormus in beiden Richtungen sicher befahrbar sein muss, um die Lieferketten aufrechtzuerhalten.
Die Bedeutung der freien Schifffahrt wird durch die Vielzahl an Gütern unterstrichen, die über Seewege transportiert werden. Dazu zählen Energie, Rohstoffe, Lebensmittel, Medikamente und industrielle Vorprodukte – alles essentielle Waren für Menschen und Unternehmen weltweit. Störungen in diesen Lieferketten können nicht nur die Versorgung gefährden, sondern auch die Lebenshaltungskosten erhöhen, was insbesondere in Deutschland spürbar ist.
Der VDR beobachtet mit Besorgnis, dass die sicherheitspolitischen Risiken für die internationale Handelsschifffahrt auf mehreren strategischen Seewegen zunehmen. Angriffe im Roten Meer, der Krieg im Schwarzen Meer, Spannungen in der Taiwanstraße sowie hybride Bedrohungen in Nord- und Ostsee verdeutlichen, dass die Freiheit der Schifffahrt global unter Druck steht. Kröger warnt: „Heute ist es die Straße von Hormus, morgen möglicherweise die Straße von Malakka, die Taiwanstraße oder eine andere strategisch wichtige Meerenge.“
Er fordert die internationale Staatengemeinschaft auf, alles zu unternehmen, um die Freiheit der Schifffahrt dauerhaft wiederherzustellen und den Schutz von Handelsschiffen sowie deren Besatzungen zu gewährleisten. Die freie Passage durch internationale Meerengen ist ein Grundprinzip des internationalen Seerechts, das nicht militärisch oder wirtschaftlich untergraben werden darf. Für Deutschland, als Export- und Importnation, ist der Schutz freier und sicherer Seewege von besonderer strategischer Bedeutung.






