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19.03.2026 um 09:58 UhrAuf einer umfangreichen Testfahrt haben Entwicklungsingenieure von Mercedes-Benz Trucks die Leistungsfähigkeit des Megawatt Charging Systems (MCS) mit dem neuen eActros 600 erprobt. Die Testfahrt, die Anfang des Jahres stattfand, erstreckte sich über etwa 2.400 km und führte von Deutschland durch die Niederlande, Belgien und Dänemark bis nach Schweden. Ziel war es, die Kompatibilität zwischen den Fahrzeugen und den MCS-Ladesäulen verschiedener Hersteller zu überprüfen sowie die Praxistauglichkeit des Ladens unter winterlichen Bedingungen zu testen.
Die Testfahrzeuge wurden an verschiedenen Ladesäulen, sowohl öffentlichen als auch privaten, aufgeladen. Ein eActros 600 absolvierte zudem zusätzliche Wintertests im finnischen Polarkreis, wo Temperaturen bis zu –20 °C herrschten, bevor er die Rückreise antrat.
Erkenntnisse aus den Testfahrten
Peter Ziegler, Leiter E-Charging Components bei Mercedes-Benz Trucks, erläutert die wesentlichen Erkenntnisse aus den Tests. Diese hätten wichtige Informationen zum Batteriewärmemanagement und zur Interoperabilität zwischen Fahrzeug und Ladeinfrastruktur geliefert. Die Tests bestätigten, dass Ladeleistungen im Megawatt-Bereich auch bei niedrigen Temperaturen möglich sind, sofern die Batterie eine ausreichende Betriebstemperatur aufweist. Dies ist besonders relevant, da das Megawattladen in der Regel während der gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeitpausen erfolgt, was die Einsatzfähigkeit im realen Betrieb sicherstellt. Zudem konnten an mehreren Ladepunkten erfolgreiche Ladevorgänge durchgeführt werden, die die Praxistauglichkeit des Systems belegen.
Potenzial des Megawattladens
Mercedes-Benz Trucks sieht im Megawattladen eine zentrale Rolle für die Elektrifizierung des schweren Fernverkehrs und unterstützt den MCS-Standard als offene, herstellerübergreifende Lösung. Angesichts der dynamischen Entwicklung im Markt für batterieelektrische Nutzfahrzeuge wird ein einheitlicher, international kompatibler Ladestandard als zunehmend wichtig erachtet. Der MCS-Standard soll die Interoperabilität, Skalierung und Investitionssicherheit über verschiedene Märkte und Hersteller hinweg fördern.
Nächste Schritte zur Finalisierung des MCS-Standards
Die laufende Finalisierung des MCS-Standards umfasst sowohl die Hard- und Software der Fahrzeuge als auch die der Ladeinfrastruktur. In den kommenden Monaten plant Mercedes-Benz Trucks weitere Tests zur Interoperabilität mit verschiedenen Ladesäulenherstellern, um das Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und Ladeinfrastruktur weiter zu optimieren.
Zusätzlich beteiligt sich Daimler Truck als Industriepartner am Projekt „HoLa Hochleistungsladen im Lkw-Fernverkehr“ und wird im Laufe des Jahres den eActros 600 in der Hochleistungsladeinfrastruktur im Realbetrieb testen. In der zweiten Jahreshälfte sind die ersten Kundenerprobungen von MCS-fähigen eActros 600 im realen Logistikbetrieb vorgesehen. Diese Fahrzeuge sollen im Rahmen des Projekts zur Elektrifizierung der Transportlogistik der deutschen Mercedes-Benz Trucks Produktionswerke „Electrify Inbound Logistic“ bei verschiedenen Kunden eingesetzt werden. Um die Ladezeiten der E-Lkw zu verkürzen, ist zudem eine MCS-fähige Ladesäule auf dem Werksgelände in Wörth am Rhein geplant, die ab Mitte des Jahres in Betrieb genommen werden soll.






