
WLFC: Marilyn Gan leitet Origination APAC
05.03.2026 um 15:53 UhrDie Nachfrage im Luftfrachtmarkt ist im Februar 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 6% gestiegen, was den positiven Trend der letzten Monate fortsetzt. Diese Entwicklung zeigt eine gewisse Resilienz des Marktes, trotz der globalen Handels- und Wirtschaftsturbulenzen des vergangenen Jahres. Allerdings könnte der Ausblick auf den Markt durch den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten erneut in Frage gestellt werden, so die Einschätzung von Xeneta, einem Unternehmen, das sich auf Marktanalysen spezialisiert hat.
Im Februar überstieg das Nachfragewachstum die Kapazitätssteigerung, die bei 4% im Jahresvergleich lag. Dies führte zu einem Anstieg des sogenannten dynamischen Auslastungsfaktors um zwei Prozentpunkte auf 62%. Die Luftfrachtspotpreise verzeichneten im Februar den ersten Anstieg seit Mai 2025, mit einem Plus von 5% auf 2,58 USD pro kg.
Regionale Herausforderungen
Auf regionaler Ebene verzeichnete die Verbindung Europa-Nordamerika im Februar den grössten Anstieg der Luftfrachtspotpreise mit 21% im Jahresvergleich. Auch die Nachfrage nach Halbleitern trug zur Belebung der Preise im Korridor Nordostasien-Nordamerika bei, der ebenfalls ein zweistelliges Wachstum von 10% aufwies.
Allerdings gab es auch negative Auswirkungen auf die Nachfrage von China in die USA, während die Volumina von China nach Europa relativ stabil blieben. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass die typischen Vorweihnachtsnachfragen im Jahr 2025 nicht wiederholt wurden, was Fragen zur Marktentwicklung im Jahr 2026 aufwirft.
Einfluss des Nahostkonflikts
Die militärischen Angriffe auf den Iran durch die USA und Israel, die am 28. Februar begannen, haben den internationalen Luftverkehr im Nahen Osten stark beeinträchtigt und führten sofort zu einem Rückgang der globalen Luftfrachtkapazität um 12%. Wichtige regionale Drehkreuze wie Doha, Dubai und Abu Dhabi stellten vorübergehend den Flugbetrieb ein, was unmittelbare Auswirkungen auf den Luftfrachtkorridor Asien-Europa hatte.
Die Unsicherheiten in Bezug auf die Treibstoffpreise, die durch die steigenden Rohölpreise beeinflusst werden, stellen eine zusätzliche Herausforderung dar. Analysten berichten bereits von Brent-Rohölpreisen über 80 USD pro Barrel, die möglicherweise 100 USD überschreiten könnten, wenn die Infrastruktur zur Ölproduktion aufgrund der Spannungen im Nahen Osten angegriffen wird.
Ausblick auf 2026
Niall van de Wouw, Chief Airfreight Officer von Xeneta: „Am 21. Februar dachten wir, dass die Hauptdiskussion des Monats die Entscheidung des US Supreme Court zur Aufhebung der umfassenden ‚Notfall‘-Zölle der Trump-Administration sein würde. Doch dann erlebten wir am 28. Februar die Angriffe auf den Iran und die darauf folgenden Ereignisse. Die Reaktionen auf frühere makroökonomische Ereignisse zeigen, dass die globale Luftfrachtindustrie in der Lage ist, kreative Lösungen zu finden. Dies wird jedoch höhere Logistikkosten für die Warenbesitzer zur Folge haben. In den kommenden Wochen könnte die Verwundbarkeit und Stärke der Luftfrachtindustrie erneut im Fokus stehen.“






