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10.06.2026 um 10:46 UhrDas deutsche Unternehmen ERC System hat die Einführung der unbemannten Hybrid-Elektro-Frachtdrohne „Victor“ bekannt gegeben, die für militärische Nachschub- und kritische Logistikmissionen konzipiert ist. Die Drohne wurde auf der ILA 2026 in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit einer Tragfähigkeit von bis zu 250 kg und einer Reichweite von 300 km bei einer Reisegeschwindigkeit von 250 km/h soll „Victor“ eine bestehende Lücke in der Verteidigungslogistik schliessen, die in Europa weitgehend anerkannt ist.
Die Konstruktion von „Victor“ ermöglicht vertikalen Start und Landung, während sie für den Vorwärtsflug Flügel nutzt. Diese Bauweise erlaubt den Zugang zu Standorten mit eingeschränkter Infrastruktur und bietet gleichzeitig höhere Geschwindigkeiten, längere Reichweiten und schnellere Frachtabwicklung im Vergleich zu herkömmlichen Multicoptern. Maximilian Oligschläger, Chief Commercial Officer von ERC, erklärte: „In den letzten 18 Monaten wurden wir von militärischen und zivilen Betreibern angesprochen, unsere Erfahrungen aus dem Bau von ‚Romeo‘, der schwersten unbemannten eVTOL in der EU, auf eine Frachtdrohne anzuwenden.“
Die Notwendigkeit für eine solche Drohne ist in der militärischen Gemeinschaft offensichtlich. Derzeit gibt es keine am Markt verfügbare unbemannte Plattform, die in der Lage ist, signifikante Lasten über die erforderlichen Distanzen und Geschwindigkeiten zu transportieren, um militärische Einheiten im Einsatz angemessen zu unterstützen. „Victor“ kann bis zu zwei Paletten transportieren und die Fracht durch Abwurf liefern, was die Notwendigkeit verringert, in schwierigen Umgebungen zu landen.
Die ersten Auslieferungen der Serienmodelle sind für 2028 geplant, ein ambitioniertes Ziel, das nur wenige europäische Unternehmen erreichen könnten. Oligschläger äusserte sich zuversichtlich über den Zeitplan: „Wir sind zuversichtlich, dass wir unseren Zeitrahmen einhalten können, basierend auf unseren sechs Jahren Erfahrung im Bau einiger der schwersten elektrifizierten Flugzeuge in der EU.“ ERC plant, strategische Partnerschaften einzugehen, um die Industrialisierung voranzutreiben und die Fähigkeiten zur schnellen Schliessung der bestehenden Lücke zu stärken.
Neben der Verteidigungslogistik sieht ERC auch eine anfängliche Nachfrage für „Victor“ in den Bereichen Offshore- und Küstenlogistik, Versorgung und Wartung kritischer Infrastrukturen, remote industrielle Einsätze sowie zivile Katastrophenhilfe. Das Unternehmen arbeitet mit ausgewählten Partnern in diesen Segmenten zusammen, um das Produkt weiter zu verfeinern und die schnelle Markteinführung vorzubereiten.






