{"id":6347,"date":"2024-06-20T19:40:46","date_gmt":"2024-06-20T17:40:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brand-architecture.at\/2024\/06\/20\/kombiverkehr-verzeichnet-2023-einen-rueckgang-im-frachtvolumen\/"},"modified":"2024-06-20T19:40:46","modified_gmt":"2024-06-20T17:40:46","slug":"kombiverkehr-verzeichnet-2023-einen-rueckgang-im-frachtvolumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/transportjournal.com\/de\/2024\/06\/20\/kombiverkehr-verzeichnet-2023-einen-rueckgang-im-frachtvolumen\/","title":{"rendered":"Kombiverkehr verzeichnet 2023 einen R\u00fcckgang im Frachtvolumen"},"content":{"rendered":"<h5><strong>Trotz anderslautender Ank\u00fcndigungen wendet sich die Bundesregierung von den Klimaschutzzielen im Verkehrssektor weiter ab. Das bekommt vor allem die Schiene und der Kombinierte Verkehr zu sp\u00fcren. Das erkl\u00e4rte die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Kombiverkehr KG bei der Bekanntgabe der Gesch\u00e4ftszahlen 2023. <\/strong><\/h5>\n<p>(Frankfurt\/Main) \u201eStetig steigende Trassenpreise, die wegfallende Trassenpreisf\u00f6rderung und die Weigerung des Bundes, f\u00fcr die Mehrbelastungen im Rahmen der Sanierung der Hochleistungskorridore aufzukommen, sind Gift f\u00fcr die Verlagerungsziele.\u201c, so Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Armin Riedl. Bereits das Gesch\u00e4ftsjahr 2023 sei herausfordernd gewesen. Nur noch 815.467 Lkw-Sendungen (eine Sendung entspricht der Kapazit\u00e4t eines Lastzuges) beziehungsweise 1,63 Millionen TEU seien von der Stra\u00dfe auf die klimafreundliche Schiene verlagert worden. \u00dcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Verkehrsabnahme in H\u00f6he von insgesamt 15,9 Prozent, die aktuelle Sendungsentwicklung, Neuverkehre, IT-Projekte und vor allem die Risiken im Leistungseinkauf ab dem Jahr 2025 berichteten Verwaltungsrat und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung w\u00e4hrend der heutigen Gesellschafterversammlung.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Den positiven Trend in der Sendungsentwicklung aus vorangegangenen Jahren konnte die Kombiverkehr KG im Gesch\u00e4ftsjahr 2023 nicht wiederholen. Mit insgesamt 815.467 Lkw-Sendungen (eine Sendung entspricht der Kapazit\u00e4t eines Lastzuges), beziehungsweise 1,63 Millionen TEU, wurden im Vergleich zum Vorjahr insgesamt 15,9 Prozent weniger Container, Wechselbeh\u00e4lter und Sattelanh\u00e4nger transportiert. Innerhalb der beiden Gesch\u00e4ftsbereiche Nationaler und Internationaler Verkehr betrug das Sendungsvolumen 186.856 Lkw-Sendungen (-10,1 Prozent) beziehungsweise 628.611 Lkw-Sendungen (-17,5 Prozent). \u201eDennoch ist es uns gelungen, das Krisenjahr in der Substanz der Gesellschaft weitgehend unbeschadet zu \u00fcberstehen. In enger Kooperation mit unseren Leistungspartnern haben wir das Zugprogramm ohne gr\u00f6\u00dfere Einschr\u00e4nkungen mit einer intelligenten Netzwerksteuerung aufrechterhalten.\u201c, kommentiert Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Armin Riedl die Unternehmensentwicklung im letzten Jahr. 435,2 Millionen EUR setzte das Unternehmen mit seiner Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit im Intermodalen Verkehr um. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 27,5 Millionen EUR weniger. Nach Abzug s\u00e4mtlicher Steuern wurde im Gesch\u00e4ftsjahr 2023 ein Jahresfehlbetrag von -332.000 EUR erwirtschaftet.<\/p>\n<h5>Nicht planbare Leistungsqualit\u00e4t der Bahnen<\/h5>\n<p>Die deutschlandweit und europaweit schw\u00e4chelnde Wirtschaft mit weitreichenden Produktionsr\u00fcckg\u00e4ngen wirkte sich auf die Sendungsentwicklung genauso aus, wie die oft nicht planbare Leistungsqualit\u00e4t der Bahnen. Diese erreichte insbesondere aufgrund der Bauma\u00dfnahmen auf der deutschen Infrastruktur nicht das Niveau, das f\u00fcr eine zufriedenstellende Durchf\u00fchrung intermodaler Verkehre notwendig ist. Im Sommer 2023 wurden in einigen Wochen zwischenzeitlich wieder P\u00fcnktlichkeitsquoten von rund 70 Prozent erreicht. Allerdings lag im Fr\u00fchjahr, Herbst und Winter das Leistungsniveau deutlich unterhalb dieser Marke mit Monatsmittelwerten unter 50 Prozent. \u201eMit dieser Leistungsqualit\u00e4t sind wir mehr als unzufrieden. Denn die Planbarkeit auf Seiten der Spediteure bleibt damit mehr als schwierig. Eine bessere Verl\u00e4sslichkeit kann von deren Seite lediglich durch mehr Einsatz von Equipment und Personal erreicht werden. Um \u00fcberhaupt noch am Kombinierten Verkehr Stra\u00dfe-Schiene teilnehmen zu k\u00f6nnen, tragen die Spediteure und Transportunternehmen die damit verbundenen Mehrkosten selbst. Das kann und darf einfach nicht sein.\u201c, appelliert Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerkollege Heiko Krebs auch an die Politik, von der weiterhin eine Unterst\u00fctzung der Nutzer des Systems Kombinierter Verkehr gefordert wird.<\/p>\n<h5>Steigende Einkaufskonditionen auf breiter Front<\/h5>\n<p>Gestiegene Einkaufskonditionen f\u00fcr Traktionsleistungen und erh\u00f6hte Produktionskosten der Eisenbahnverkehrsunternehmen durch Umleitungsverkehre erschwerten die Rahmenbedingungen im abgelaufenen Gesch\u00e4ftsjahr zus\u00e4tzlich. Hinzu kamen monatelange Streiks in Frankreich, die tariflichen Auseinandersetzungen zwischen der EVG beziehungsweise GDL und der Deutschen Bahn, die Sperrung des Gotthard-Basistunnels und die Halbierung der Trassenpreisf\u00f6rderung zum Jahresende 2023. \u201eDie Herausforderungen f\u00fcr die Operateure und Speditionskunden waren und bleiben vielf\u00e4ltig. Von daher haben wir nur wenig Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Senkung der Trassenpreisf\u00f6rderung in diesen Zeiten. Einer zielf\u00fchrenden F\u00f6rderung, um den Marktanteil der Schiene im Hinblick auf CO<sub>2<\/sub>-Einsparungen zuk\u00fcnftig deutlich zu erh\u00f6hen, geht damit obendrein die Effizienz verloren.\u201c, kommentierte Krebs die Ma\u00dfnahme des Bundesverkehrsministeriums.<\/p>\n<h5><strong>Transportmengen stabilisieren sich<\/strong><strong>\u00a0 <\/strong><\/h5>\n<p>Im April und Mai 2024 verzeichnete Kombiverkehr eine Mengenzunahme und \u00fcbertraf auf einigen Relationen das Sendungsniveau des Vorjahres. \u201eWir sehen erstmals wieder eine Verbesserung in der Nachfrage und aufgrund eines vollumf\u00e4nglichen Zugangebotes auch insgesamt eine Stabilisierung des Transportaufkommens.\u201c, f\u00fchrt Riedl aus. \u201eDennoch fehlen dem Transportgewerbe Auftr\u00e4ge aus der Industrie. Es gibt dennoch erste leichte Anzeichen, dass die deutsche Wirtschaft nun an einem konjunkturellen Wendepunkt stehen k\u00f6nnte. Unser Blick in die n\u00e4here Zukunft ist daher vorsichtig optimistisch und wir k\u00e4mpfen mit unseren Partnern weiter f\u00fcr bessere Bedingungen in unserem Verkehrssegment, damit erste Tendenzen hin zu mehr Wachstum nicht wieder zunichtegemacht werden.\u201c<\/p>\n<h5><strong>Herausforderungen: Trassenpreise, Korridorsanierungen und ver\u00e4nderter Leistungseinkauf<\/strong><strong>\u00a0 <\/strong><\/h5>\n<p>Im Kombinierten Verkehr bleibt die Entwicklung der Produktionskosten auch in den folgenden Jahren herausfordernd, gerade vor dem Hintergrund der geplanten Korridorsanierungen. Bis 2030 sollen insgesamt 40 Streckenabschnitte general\u00fcberholt sein. \u201eDie finanziellen Auswirkungen auf Eisenbahnverkehrsunternehmen, Operateure und Spediteure wurden unl\u00e4ngst beziffert. \u201eDass in der Frage der Mehrbelastungen im Rahmen der Sanierung der Hochleistungskorridore nur der Personenverkehr finanziell bezuschusst wird und der G\u00fcterverkehr komplett leer ausgeht, ist ein weiteres Indiz daf\u00fcr, dass sich die Bundesregierung vom Klimaschutz im Verkehrssektor wohl abgekehrt hat.\u201c, sagt Krebs. Gleiches gilt auch f\u00fcr die Trassenpreiserh\u00f6hung 2025 um mehr als 16 Prozent bei gleichzeitig halbierter Trassenpreisf\u00f6rderung durch den Bund. Beide Ma\u00dfnahmen zusammen f\u00fchren zu einer Verdopplung der Kosten f\u00fcr die Trassennutzung, was gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten den Kombinierten Verkehr zus\u00e4tzlich unter Druck setzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Gesch\u00e4ftsjahr 2025 erwartet Kombiverkehr einen erheblichen Anstieg der Aufwendungen f\u00fcr bezogene Leistungen, verursacht durch einen gro\u00dfen Anbieter. \u201eWir sind daher gezwungen, Alternativen zu suchen, was grunds\u00e4tzlich gelingen kann, aber schwierig zu realisieren ist in einer sehr kurzen Zeitspanne. F\u00fcr den \u00fcberwiegenden Teil der Verkehre ist dies zu schaffen. Allerdings besteht zum jetzigen Zeitpunkt noch die Notwendigkeit, f\u00fcr rund ein Drittel des Sendungsvolumens kurzfristig marktgerechte und auch f\u00fcr Kombiverkehr tragf\u00e4hige L\u00f6sungen zu finden.\u201c, beschreibt Riedl die derzeitige Situation. \u201eSollte dies nicht gelingen, werden wir im schlimmsten Fall Verkehr einstellen\u201c, zeigt Riedl auch gleichzeitig die Konsequenzen f\u00fcr den Verkehrssektor auf. \u201e\u00dcber diesen Umstand haben wir mit dem Bundesminister und seinem Haus mehrfach gesprochen. Wir haben f\u00fcr einen \u00dcbergangszeitraum Unterst\u00fctzung eingefordert. Leider sind alle Bem\u00fchungen bisher ohne Erfolg geblieben. Das Verlagerungsziel der Bundesregierung r\u00fcckt damit weiter in gro\u00dfe Ferne.\u201c<\/p>\n<h5><strong>Vollst\u00e4ndige \u201eDigital Customer Journey\u201c<\/strong><strong>\u00a0 <\/strong><\/h5>\n<p>Durch die Anbindung der Speditionskunden sowohl an webbasierte Portall\u00f6sungen als auch \u00fcber B2B-Schnittstellen forciert Kombiverkehr die digitale Transformation und standardisiert Gesch\u00e4ftsprozesse und Informationsfl\u00fcsse in der Transportabwicklung. \u201cIm Vergleich zu anderen Industriesektoren hat der Kombinierte Verkehr eine wesentliche Besonderheit: Um die Transporte erfolgreich zu organisieren und zu betreiben, muss eine Vielzahl von Unternehmen sich gegenseitig zuverl\u00e4ssig informieren und kooperieren. Der Kombinierte Verkehr ist daher per se ein Kooperationsprodukt und wir arbeiten an gemeinsamen Branchenzielen, um Daten auf einem gleichbleibend hohen Qualit\u00e4tsniveau auszutauschen.\u201c, sagt Heiko Krebs. \u201eWir haben uns das Ziel gesetzt, Kombiverkehr zu einem \u201eDigitalen Operateur\u201c zu entwickeln und eine vollst\u00e4ndig \u201edigitale Customer Journey\u201c zu realisieren, die die Einfachheit, Effizienz und Zuverl\u00e4ssigkeit des Kombinierten Verkehrs verbessert. Daran arbeiten wir tagt\u00e4glich.\u201c<\/p>\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr ist die neue Datendrehscheibe KV4.0, die seit M\u00e4rz 2023 in Betrieb ist. Sie wird gemeinsam mit Partnern \u00fcber die Gesellschaft DX Intermodal vermarktet. Erste Speditionsgro\u00dfkunden nutzen die neue Plattform bereits erfolgreich, viele weitere befinden sich in der technischen Vorbereitung. Grundlage ist das EDIGES 4.1 Datenaustauschformat. Mittlerweile werden alle Transportinformationen ausgetauscht, die aus CESAR-Next bekannt sind. \u00dcber das webbasierte Portal meinKOMBIVERKEHR arbeiten heute mehr als 2.000 Nutzer mit Kombiverkehr digital. Seit dem Go Live im M\u00e4rz 2023 wurde das Portal um E-Mail-Services, einen eigenen Bereich f\u00fcr Abstellentgelte, eine Baustellenvorschau sowie Anliefer- und Freistellcodes erweitert. Zudem engagiert sich das Unternehmen in der Automatisierung des Terminalzugangs mit dem Ziel, die Terminaldurchlaufzeiten durch den Einsatz moderner digitaler Technologien weiter zu beschleunigen.<\/p>\n<h5><strong>\u00a0<\/strong><strong>Neuverkehre von und nach Benelux und S\u00fcdosteuropa<\/strong><\/h5>\n<p>Mit neuen Zugangeboten sollen einzelne Verkehrsbereiche nachhaltig ausgebaut werden. So zum Beispiel der Benelux-Verkehr. Mit der im M\u00e4rz 2024 neu eingerichteten Relation K\u00f6ln-Eifeltor \u2013 Rotterdam RSC v.v. spielt der KV-Operateur seinen Netzwerkvorteil weiter aus. K\u00f6ln-Eifeltor ist eines der gr\u00f6\u00dften Hub-Terminals in Deutschland mit zahlreichen nationalen und internationalen Weiterleitungsm\u00f6glichkeiten beispielsweise von und nach Frankreich, Spanien, Italien, Slowenien und in die T\u00fcrkei und Griechenland. Anfang Herbst soll des Weiteren eine neue Direktverbindung zwischen Belgien und Spanien den Zugfahrplan von und nach Benelux erg\u00e4nzen. Im Verkehr von und nach S\u00fcdosteuropa hat Kombiverkehr mit der Netzwerk-Integration des Terminals in Ni\u0161 die Transportdienstleistungen von und nach Serbien erweitert. Gleichzeitig positioniert sich das Unternehmen neu von diesem zentralen Standort direkt am paneurop\u00e4ischen Transportkorridor 10 f\u00fcr die Netzwerkerweiterung in andere L\u00e4nder S\u00fcdosteuropas.<\/p>\n<h5><strong>Speditionskunden haben bedeutenden Anteil<\/strong><\/h5>\n<p>Die auf den Z\u00fcgen von Kombiverkehr bef\u00f6rderte Gesamtmenge reduzierte sich von 22,87 Millionen Bruttotonnen im Jahr 2022 auf 19,11 Millionen Bruttotonnen im Gesch\u00e4ftsjahr 2023 (-16,4 Prozent). Spediteure und Logistikunternehmen, die das intermodale Angebot der Gesellschaft zur Bef\u00f6rderung ihrer Trailer, Container und Wechselbeh\u00e4lter genutzt haben, haben die Fernstra\u00dfen um mehr als 678 Millionen Fahrzeugkilometer sowie 15,89 Milliarden Tonnenkilometer bei einer mittleren, leicht von 830 auf 832 Kilometer gestiegenen Transportentfernung entlastet. Sie alle leisteten damit einen bedeutenden Anteil an der Erreichung der Klimaziele im Rahmen des europ\u00e4ischen Green Deal. Bei mehr als 3.200 t\u00e4glichen Fahrten auf der umweltfreundlichen Schiene wurden \u00fcber das Jahr 2023 Emissionen in H\u00f6he von 1,19 Millionen Tonnen sch\u00e4dlicher Treibhausgase vermieden.<\/p>\n<p>Foto: \u00a9 Kombiverkehr<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz anderslautender Ank\u00fcndigungen wendet sich die Bundesregierung von den Klimaschutzzielen im Verkehrssektor weiter ab. 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