{"id":16216,"date":"2020-07-27T07:05:30","date_gmt":"2020-07-27T05:05:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.brand-architecture.at\/2020\/07\/27\/rotterdamer-hafen-mit-weniger-umschlag-im-ersten-halbjahr-2020\/"},"modified":"2025-12-15T12:23:51","modified_gmt":"2025-12-15T11:23:51","slug":"rotterdamer-hafen-mit-weniger-umschlag-im-ersten-halbjahr-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/transportjournal.com\/de\/2020\/07\/27\/rotterdamer-hafen-mit-weniger-umschlag-im-ersten-halbjahr-2020\/","title":{"rendered":"Rotterdamer Hafen mit weniger Umschlag im ersten Halbjahr 2020"},"content":{"rendered":"<p>Die Corona-Pandemie hinterl\u00e4sst auch im Rotterdamer Hafen seine Spuren. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurde ein Gesamtumschlag von 218,9 Millionen Tonnen erzielt, was einem R\u00fcckgang von 9,1 Prozent gegen\u00fcber dem gleichen Zeitraum 2019 entspricht. Am meisten zur\u00fcck ging der Umschlag von Masseng\u00fctern.<\/p>\n<p>(Rotterdam) In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 erzielte der Hafen von Rotterdam einen Umschlag von 218,9 Millionen Tonnen. Das ist 9,1 % weniger als in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 2019, der damals ein Rekordumschlag war. Trotz der St\u00f6rungen durch die COVID-19-Pandemie f\u00fcr Wirtschaft, Produktion und Logistik blieb der Hafen von Rotterdam zu 100 % betriebsf\u00e4hig. Die wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 sind der wichtigste Grund f\u00fcr den R\u00fcckgang bei den Umschlagmengen.<\/p>\n<p>Es ist ein erheblicher R\u00fcckgang beim Umschlag von Kohle, Erzen und Mineral\u00f6lprodukten, ein geringf\u00fcgiger R\u00fcckgang beim Containerumschlag und eine Zunahme des Umschlags von Biomasse und LNG zu verzeichnen. Der Umsatz stieg um 0,7 % auf 360,4 Millionen \u20ac. Das Ergebnis aus gew\u00f6hnlicher Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit sank um 4,8 % auf 128,4 Millionen.<\/p>\n<p>Die gesunde finanzielle Lage des Hafenbetriebs erm\u00f6glicht anhaltend hohe Investitionen (die Brutto-Investitionen betrugen 136,4 Millionen \u20ac) unter anderem in die Theemswegtrasse, die Container Exchange Route und in die Maasvlakte Plaza.<\/p>\n<p>Der Hafenbetrieb hat unter anderem auf Ersuchen der Zentralregierung eine \u00dcbersicht \u00fcber die Investitionsprojekte erstellt, die sowohl die Nachhaltigkeit der Niederlande st\u00e4rken als auch die Erholung der Wirtschaft beschleunigen k\u00f6nnen (Startmotor).<\/p>\n<p>Allard Castelein, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Hafenbetriebs Rotterdam: &#8218;Die niederl\u00e4ndische Wirtschaft und der Hafen von Rotterdam sind von der Entwicklung im Welthandel abh\u00e4ngig. Die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sind weltweit sp\u00fcrbar. Es sollte daher nicht \u00fcberraschen, dass das Umschlagsvolumen in den vergangenen sechs Monaten deutlich geringer war als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei ist positiv zu vermerken, dass die im zweiten Quartal realisierten Umschlagsmengen weniger ung\u00fcnstig ausgefallen sind als zu erwarten war. Es w\u00fcrde auch nicht zu Rotterdam passen, einfach unt\u00e4tig zu bleiben. Daher hat der Hafenbetrieb eine \u00dcbersicht dar\u00fcber erstellt, welche \u00f6ffentlich-privaten Investitionsprojekte beschleunigt werden k\u00f6nnen. So k\u00f6nnen die Beh\u00f6rden und der Rotterdamer Hafen gemeinsam etwas bewirken, um die Wirtschaft nachhaltiger zu machen und ihr gleichzeitig einen neuen Ansto\u00df zu geben&#8216;.<\/p>\n<h3><strong>Entwicklungen nach Kategorie des G\u00fcterumschlags<\/strong><\/h3>\n<h5><strong>Trockene Masseng\u00fcter<\/strong><\/h5>\n<p>Gegen\u00fcber dem ersten Halbjahr 2019 entspricht. Trockenmassengut macht 14 % des Umschlags im Rotterdamer Hafen aus. Volumenr\u00fcckg\u00e4nge gab es vor allem beim Umschlag von Eisenerz und Schrott (-22 %) sowie Kohle (-34 %).<\/p>\n<p>Die Stahlwerke, die den Hafen von Rotterdam f\u00fcr die Erzversorgung nutzen, arbeiteten mit einem viel niedrigeren Produktionsniveau als normalerweise. Die Stahlnachfrage ging ab M\u00e4rz infolge von Produktionsstillst\u00e4nden in der Automobilindustrie und im Baugewerbe stark zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Ein niedriger Gaspreis sorgt daf\u00fcr, dass mehr Gas und weniger Kohle f\u00fcr die Energieerzeugung eingesetzt wird. Hinzu kam eine Zunahme verf\u00fcgbarer Windenergie durch die Wetterbedingungen und in der Folge eine geringere Erg\u00e4nzung der Stromproduktion durch Kohlekraftwerke.<\/p>\n<p>Biomasse nahm stark (+109 %) zu, was auf das weitere Wachstum der Mitverbrennung in Kraftwerken zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<h5><strong>Fl\u00fcssige Masseng\u00fcter<\/strong><\/h5>\n<p>Es wurden 99,8 Millionen Tonnen fl\u00fcssige Masseng\u00fcter umgeschlagen. Das waren 10 Millionen Tonnen weniger als im ersten Halbjahr 2019, was einem R\u00fcckgang von rund 9 % entspricht.<\/p>\n<p>In Rotterdam sind 46 % des Umschlagvolumens fl\u00fcssige Masseng\u00fcter. Der Umschlag von Mineral\u00f6lprodukten ging stark zur\u00fcck (-22 %). Bei Roh\u00f6l war der R\u00fcckgang nur gering (-4 %), w\u00e4hrend beim LNG-Umschlag ein leichter Anstieg (+2,6 %) zu verzeichnen war. Der Umschlag von anderen fl\u00fcssigen Masseng\u00fctern blieb in der ersten Jahresh\u00e4lfte auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.<\/p>\n<p>Innerhalb der Kategorie Mineral\u00f6lprodukte war haupts\u00e4chlich Heiz\u00f6l vom R\u00fcckgang betroffen. Der Roh\u00f6l-Umschlag sank haupts\u00e4chlich infolge eines Nachfrager\u00fcckgangs. Alle gro\u00dfen Raffinerien haben daher mit einer geringeren Kapazit\u00e4tsauslastung als \u00fcblich gearbeitet.<\/p>\n<p>Der Gaspreis ist durch die Covid-19-Pandemie noch weiter gesunken. Daher ist es attraktiv geworden, LNG (Fl\u00fcssiggas) aus der Nordsee und dem Atlantischen Ozean f\u00fcr die Stromerzeugung in Europa zu nutzen.<\/p>\n<h5><strong>Container und Breakbulk<\/strong><\/h5>\n<p>Beim Container-Umschlag war nur ein R\u00fcckgang von 3,3 % im Vergleich zu 2019 (in TEU) zu verzeichnen, also 2,5 Millionen Tonnen weniger Fracht. Redereien haben bis 20 % aller Dienstleistungen im Mai und Juni eingestellt. Der Umschlagsr\u00fcckgang war ebenfalls weniger stark, was auf die gestiegenen Callsizes und zus\u00e4tzliche Schiffe zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, die Rotterdam angelaufen haben. Die Menge an leeren Containern war deutlich geringer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies liegt daran, dass die Importe aus Asien zur\u00fcckgegangen waren, bei gleichzeitigem Anstieg der Exporte.<\/p>\n<p>Das Segment Breakbulk verzeichnete im ersten Halbjahr einen R\u00fcckgang von 11 %. Der RoRo-Umschlag sank um 12 %. Der gr\u00f6\u00dfte R\u00fcckgang erfolgte zu Beginn des zweiten Quartals, als der Lockdown in meisten westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern in Kraft getreten war. Gegen Ende des Quartals nahm die Menge wieder zu.<\/p>\n<h5><strong>Fortschritte bei der Energiewende<\/strong><\/h5>\n<p>In den vergangenen sechs Monaten wurden bei der schrittweisen Neugestaltung der Energieversorgung und den Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung einer Kreislaufwirtschaft im Hafen erneut bedeutende Schritte unternommen. Beispiele sind:<\/p>\n<p>Zero Emission Services (ZES) wurde von Engie, ING, W\u00e4rtsil\u00e4 und dem Hafenbetrieb Rotterdam gegr\u00fcndet, um eine Binnenschifffahrt mit austauschbaren Batteriecontainern zu realisieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Porthos-Projekt wurden die Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung und alle erforderlichen Genehmigungsantr\u00e4ge abgeschlossen und im Juni bei der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde eingereicht. Die Investitionsentscheidung ist geplant, sobald die Genehmigungen vorliegen (zweite H\u00e4lfte 2021).<\/p>\n<p>Ank\u00fcndigung einer Standortanlage f\u00fcr Elektrolyseure (Produktion von gr\u00fcnem Wasserstoff) auf der Maasvlakte mit Shell als erstem Kunden, gleichzeitig zum Bau eines \u00f6ffentlichen Wasserstoffnetzes im Hafengebiet durch Gasunie und den Hafenbetrieb<\/p>\n<h5><strong>Bei der Digitalisierung geht es voran<\/strong><\/h5>\n<p>Unser Ziel ist es, der intelligenteste Hafen zu werden, und damit unsere Wettbewerbsposition zu st\u00e4rken. Auch bei der Digitalisierung sind in den vergangenen sechs Monaten gute Ergebnisse erreicht worden. Beispiele sind:<\/p>\n<p>Die weitere Implementierung der digitalen Hafeninfrastruktur f\u00fcr eine reibungslose und sichere Schiffsabfertigung und die Verwaltung der Hafeninfrastruktur.<\/p>\n<p>Die internationale Ausweitung von PortXchange geht gut voran. Im letzten Halbjahr wurden Pilotprojekte mit Shell in Houston und Maersk in Felixstowe und Algeciras durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Durch eine neue Routen-Engine und die Verwendung von Daten, die direkt von Spediteuren und Betreibern angeboten werden, ist Navigate effizienter, vollst\u00e4ndiger und damit zuverl\u00e4ssiger geworden.<\/p>\n<h5><strong>Nextlogic ist einsatzbereit<\/strong><\/h5>\n<p>Hafenbetrieb finanziell gesund, anhaltend hohes Investitionsniveau. Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum um 0,7 % auf 360,4 Millionen \u20ac. Der Anstieg ist durch einen Anstieg der Vertragseinnahmen begr\u00fcndet, die zum Teil auf neue Mietvertr\u00e4ge und zum Teil auf die Preisindexierung bestehender Vertr\u00e4ge zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p>Die betrieblichen Aufwendungen lagen 3,5 % h\u00f6her als in der ersten H\u00e4lfte des Vorjahres, was haupts\u00e4chlich auf h\u00f6here Betriebs- und andere Ausgaben aufgrund einiger Einmaleffekte zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die Personalkosten sanken um 1,8 Millionen \u20ac, was ebenfalls weitgehend auf eine einmalige Belastung zugunsten des Beteiligungsprogramms f\u00fcr \u00e4ltere Menschen im Jahr 2019 zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die Abschreibungen sind um 3,6 Millionen \u20ac angestiegen, was haupts\u00e4chlich auf das umfangreiche Investitionsprogramm der letzten Jahre zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Das Ergebnis aus gew\u00f6hnlicher Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit vor Steuern f\u00fcr das erste Halbjahr 2020 betrug 128,4 Millionen \u20ac, ein R\u00fcckgang um 4,8 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019. Im ersten Halbjahr 2020 wurde ein Ergebnis nach Steuern von 98,1 Mio. \u20ac verbucht.<\/p>\n<p>Die Bruttoinvestitionen in der ersten H\u00e4lfte des Jahres 2020 belaufen sich auf 136,4 Millionen \u20ac. Der Hafenbetrieb Rotterdam hat sich bewusst daf\u00fcr entschieden, w\u00e4hrend des COVID-19-Zeitraums weiterhin in den Hafenindustriekomplex zu investieren. Die wichtigsten Investitionen f\u00fcr das erste Halbjahr 2020 waren der Bau der Theemswegtrasse, der Bau der Container Exchange Route und die Erweiterung des Von Maasvlakte Plaza. Die Investitionssumme f\u00fcr 2020 liegt wahrscheinlich auf dem Investitionsniveau des Vorjahres (2019: 338,3 Millionen \u20ac).<\/p>\n<h5><strong>Kickstart f\u00fcr die niederl\u00e4ndische Wirtschaft<\/strong><\/h5>\n<p>Investitionen sind gut f\u00fcr die Wirtschaft und k\u00f6nnen ihr schneller wieder auf die Beine helfen. Daher hat der Hafenbetrieb Rotterdam gepr\u00fcft, welche Investitionsprojekte in dieser Zeit vorgezogen werden k\u00f6nnen. Projekte, die die wirtschaftliche Erholung beschleunigen k\u00f6nnen, vergleichbar mit einem Motoranlasser f\u00fcr einen Neustart der Wirtschaft.<\/p>\n<p>Startmotor wirkt wie ein Messer mit zwei Klingen: Die Beschleunigung zukunftsorientierter Investitionen in Wachstum und Ertragskraft bei gleichzeitiger Beschleunigung der Energiewende und einer nachhaltigeren Gestaltung der Wirtschaft. Beispiele f\u00fcr Startmotor-Projekte sind der Aufbau eines Wasserstoffnetzes, die Einf\u00fchrung von Landstrom und der Bau eines W\u00e4rmekreisels.<\/p>\n<h5><strong>Vorschau<\/strong><\/h5>\n<p>Es besteht gro\u00dfe Unsicherheit dar\u00fcber, wie lange die Rezession dauern wird und wann wieder eine Erholung einsetzen wird. Die Erholung der Weltwirtschaft h\u00e4ngt stark davon, ob es eine so genannte zweite Welle von Virusinfektionen geben wird. Es stellt sich zudem die Frage, ob es der EU und dem Vereinigten K\u00f6nigreich gelingen wird, in den kommenden Monaten nach dem Brexit gemeinsam ein Handelsabkommen zu vereinbaren. F\u00fcr den Rest des Jahres wird mit einer vorsichtigen Erholung der Wirtschaft gerechnet. Infolgedessen wird das Volumen im Hafen nicht weiter zur\u00fcckgehen, aber es wird wahrscheinlich keine vollst\u00e4ndige Erholung des Volumens geben. Daher wird das Gesamtumschlagsvolumen f\u00fcr das gesamte Jahr 2020 voraussichtlich deutlich niedriger ausfallen als 2019.<\/p>\n<p>Foto: \u00a9 Port of Rotterdam \/ Danny Cornelissen<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.portofrotterdam.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.portofrotterdam.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Pandemie hinterl\u00e4sst auch im Rotterdamer Hafen seine Spuren. 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