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20.01.2026 um 10:33 UhrDie ersten Testsendungen von menschlichem Zell- und Blutmaterial, die für präzise Therapien, einschliesslich innovativer Behandlungen von Krebs und seltenen Krankheiten, repräsentativ sind, haben den Flughafen Brüssel in Richtung Dallas (USA) verlassen. Diese Sendungen sind Teil des Projekts Precision Therapy Logistics Gateway (PTLG), das untersucht, wie präzise Therapien weltweit sicher und schnell transportiert werden können. Zudem werden Risiken innerhalb bestehender Logistikprozesse identifiziert. Nach den Testsendungen streben der Flughafen Brüssel und seine Projektpartner an, als erster Flughafen einen international anerkannten Standard für den Lufttransport dieser Behandlungen zu entwickeln. Auch die Einrichtung eines spezialisierten Logistikzentrums am Flughafen wird in Betracht gezogen.
Seit November wurden insgesamt zehn Testsendungen von Zell- und Blutproben vom Flughafen Brüssel zum BioLabs Pegasus Park, einem Biotech-Cluster in Dallas, USA, verschickt. Diese Testsendungen wurden erfolgreich transportiert, und in den kommenden Wochen sind weitere 50 Sendungen geplant. Präzise Therapien, zu denen Zell-, Gen- und Radioligandentherapien gehören, sind personalisierte Behandlungen für einzelne Patienten. Aufgrund ihrer hohen Sensibilität erfordern sie einen schnellen und zuverlässigen Transport unter streng kontrollierten Bedingungen, einschliesslich Temperatur und Vorlaufzeit.
Koordination und Expertise im Transport
Die Koordination der Testsendungen erfolgt durch das Antwerpener Ökosystem für Advanced Therapy Medicinal Products (ATMP) und den Science Park der Universität Antwerpen in Niel. Die Laboratorien für experimentelle Hämatologie an der Universität Antwerpen stellen die Forschungsproben zur Verfügung. Das Zell- und Blutmaterial, das von gesunden Spendern stammt, wird vom Zentrum für Zelltherapie und regenerative Medizin (CCRG) des Universitätsklinikums Antwerpen (UZA) zum Flughafen transportiert. Nach der Rückkehr aus Dallas gelangen die Testsendungen wieder zum CCRG.
Als bevorzugter Pharma-Hub Europas verfügt der Flughafen Brüssel über umfassende Expertise und Einrichtungen für den Transport von zeit- und temperaturempfindlichen pharmazeutischen Gütern. Im Frachtbereich stehen insgesamt etwa 45.000 m² temperaturkontrollierter Lagerfläche zur Verfügung. Bei der Ankunft am Flughafen Brüssel durchlaufen die Testsendungen eine Zollkontrolle und werden in einer temperaturkontrollierten Zone gelagert, während sie auf den Flug warten. Anschliessend werden sie in Kühlcontainern, die der Flughafen selbst vor zehn Jahren entwickelt hat, zum Flugzeug transportiert, um optimale Bedingungen während des Transports zu gewährleisten.
In Dallas wird das Material in ein Labor im BioLabs Pegasus Park transportiert, wo es einer visuellen Inspektion unterzogen wird, bevor es nach Belgien zurückgeschickt wird. Diese relativ kleinen Sendungen werden als Fracht auf Passagierflügen transportiert. Dieses Logistikmodell sorgt dafür, dass die Patienten nicht selbst reisen müssen; stattdessen wird ihr Zellmaterial transportiert, was die Zugänglichkeit der Behandlungen erheblich erhöht.
Entwicklung eines standardisierten Protokolls
Sensoren werden den Sendungen hinzugefügt, um kritische Parameter wie Vorlaufzeiten, Temperaturkontrolle und Rückverfolgbarkeit während des gesamten Logistikprozesses zu überwachen. Dies ermöglicht die Identifizierung potenzieller Risiken und Engpässe in der Transportkette. Die Ergebnisse des Testprojekts werden für die erste Hälfte des Jahres 2026 erwartet. Basierend auf diesen Erkenntnissen werden die Projektpartner, angeführt von Air Cargo Belgium, ein international anerkanntes standardisiertes Protokoll für die Logistikkette von präzisen Therapien entwickeln. Derzeit existiert ein solches Protokoll nicht. Während der Testphase des Projekts untersucht der Flughafen Brüssel auch die Notwendigkeit eines speziellen Logistikzentrums im Frachtbereich zur Unterstützung des Transports von präzisen Therapien.
Die Testsendungen sind Teil des wegweisenden PTLG-Projekts, das Anfang 2025 ins Leben gerufen wurde. Die Initiative ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Flughafen Brüssel, Pharma.Aero, Air Cargo Belgium und dem Antwerpener ATMP-Ökosystem at.las. Dieses Projekt wird von der Provinz Antwerpen und der Provinz Flämisch-Brabant mitfinanziert, die die Forschung zu einer standardisierten Logistikkette für präzise Therapien unterstützen.







